Diskussion um UFC-Veranstaltung in der Lanxess-Arena in Köln weitet sich aus

Köln – Von der linken Wochenzeitung Jungle World über die Frankfurter Rundschau und den Kölner Stadtanzeiger bis hin zur F.A.Z: Kaum ein Medium, dass sich derzeit nicht mit der umstrittenen „Ultimate Fighting Championship“-Veranstaltung am 13. Juni in Köln auseinandersetzt. Nachträglich einigten sich die Veranstalter mit der Stadt Köln auf eine Altersbeschränkung ab 18.

Lorenzo Fertitta, einer der amerikanischen Veranstalter der Ultimate Fighting Championchip (UFC), saß vier Jahre lang in der Sportkommission des Staates Nevada und hat Mike Tyson einst seine Boxlizenz entzogen, als er Evander Holyfield ein Stück aus dem Ohr gebissen hat. Als Lorenzo und sein Bruder Frank 1992 die Lizenz und Organisation für die UFC erwarben, gab es keine Regeln. Fertitta etablierte Gewichtsklassen, Limits für Länge und Anzahl der Runden, Regeln für Fouls und Vorschriften für die Gesundheitsprüfung. Und er führte den „Octagon“ ein. Der achteckige Käfig dient nicht nur der Optik, sondern hilft auch, Kämpfer und Zuschauer zu schützen. „Weil nicht nur geboxt und gekickt wird, sondern auch gerungen und gefällt, fielen die Kämpfer früher öfter mal durch die Ringseile ins Publikum“, so Fertitta im November 2008 gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dinge wie Knie-Attacken an den Kopf des Gegners, wenn der am Boden liegt, Fersentritte in die Nieren oder abwärts gerichtete Schläge mit dem Ellenbogen sind verboten.

Nichts desto trotz sorgt die Deutschland-Expansion des Spektakels, das in Amerika zahlreiche Fans hat und hierzulande bereits (laut UFC mit relativ hohen Einschaltquoten) im DSF übertragen wird, für Diskussionen. Box-Kommentator Werner Schneyder beschrieb Ultimate Fighting gegenüber der F.A.Z. als „eine Anleitung zur Unbedenklichkeit von Gewalt“ und erklärte, dass die UFC seiner Meinung nach gleichzeitig betrüge und brutalisiere. „Wenn die „Regeln“, die Ultimate Fighting verkündet, ernst genommen würden, hätten wir Tote und Querschnittsgelähmte.“, so Schleyer.

Das Kämpfen mit Techniken aus verschiedenen Disziplinen wie Boxen, Karate, Ringen, Judo, Taekwon-Do, Kickboxen und Jiu-Jitsu ist auch in Deutschland nicht neu. Als „Mixed Martial Arts“ ist die Sportart in Amateurkreisen beliebt, auch die Free Fight Association (FFA) veranstaltet Wettbewerbe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, lediglich mit deutlich weniger Medienrummel.

Rund 7000 bisher verkaufte Tickets zeigen, dass das Interesse an der UFC-Veranstaltung in Köln offensichtlich groß ist. Die Stadt Köln einigte sich in einer fast zweistündigen Verhandlung mit den Veranstaltern jetzt auf eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren, die diese laut eigener Aussage „zur Erhaltung der guten Beziehungen der Arena und der Stadt Köln“ (Quelle: Kölner Stadtanzeiger) akzeptierten, und nicht, weil sie etwa eine Gefährdung für Jugendliche in der Veranstaltung sähen. nk / eventim / sport

Für alle über achtzehn gibt es Tickets für die UFC 99 am 13. Juni in Köln bei Eventim.

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11 Kommentare

  1. Ich bin schon sehr lange Fan des MMA und bin es wirklich Leid eine Diskussion auf diesem Niveau zu führen wie sie gerade von den MMA Gegnern in Deutschland geführt wird. Nämlich unprofessionell absolut unseriös und noch uninformierter! Wer sich nur annähernd mit MMA/UFC befasst merkt, dass es ein unglaublich spannender Wettkampf zwischen 2 absolut Toptrainierten Kampfsportlern (die meist vorher schon Topathleten in anderen „Kampfsportarten“ wie z.B. Ringen waren) ist, der unter einem ganzen Regelkatalog läuft (wie das bei einem seriösen Sport auch sein sollte)! UND ES TRETEN HIER NICHT 2 KNEIPENSCHLÄGER GEGENEINANDER AN, DIE SICH UNKONTROLLIERT DIE KÖPFE EINSCHLAGEN!!! Es ist ein Armutszeugnis was sich die deutsche Presse gerade selber austellt! Positiv ist hier der SPIEGEL hervorzuheben, der sich auch durchauß kritisch gegenüber MMA äußerte jedoch auch mit vielen Vorurteilen aufgeräumt hat und sich beispielhaft mit dem Element auseinandergesetzt hat! Ich will jetzt nicht auch euphorisch und übertrieben wirken, jedoch ist dieser Sport wirklich der Port der „Zukunft“ und hat zumindest in den USA zu Recht das „Geschäft“ Boxen in der Beliebtheit überholt! Die vielen Vorteile gegenüber z.B. eben dem Boxen aufzuzählen würde jetzt doch den Rahmen sprengen, jedoch noch eine Anmerkung: WIE VIELE ERNSTHAFTE VERLETZUNGEN ODER GAR TODESFÄLLE GAB ES IN DER GESCHICHTE DER UFC???? GENAU NULL! Und jetzt bitte mal im Internet nachlesen wie diese Bilanz beim Boxsport aussieht! Und das ist nicht Zufall sondern liegt an den klaren Regeln!

    MfG

    Daniel

    P.S.: Ich freue mich schon auf Köln und hoffe das „mein“ Wanderlei Silva doch nochmal die Kurve kriegt! ;o)

  2. Man muss es den UFC-Gegnern lassen – an Geschmacklosigkeit kann man sie kaum überbieten. Besonders dieser Boxkommentator, der gestern auch noch bei Pro7 seine lächerlichen Argumente von sich geben durfte, muss sich selber mal an die Nase fassen. Natürlich ist Boxen so viel ungefährlicher. Ist ja noch nie an den Folgen eines Boxkampfes gestorben… Dazu zeigte der münchner Sender auch noch einige Male das Extrembeispiel des TKOs von Brock Lesnar gegen Randy Couture – in diesem Fall nahm sich der Referee sehr lange Zeit bevor er den Kampf beendete.

    Armes Deutschland, habt ihr keine richtigen Probleme? Immer wieder werden Dinge wie Gewalt an den Schulen als Probleme angeführt – warum kümmert man sich nicht um die wirklichen Wurzeln der Probleme? Wäre aber wohl viel zu viel Aufwand, lieber gleich wieder etwas neues zum Verbieten suchen. Videospiele, UFC, das sind sind offenbar die Gründe von gewalttätigen Jugendlichen? Wenn es nur so einfach wär.

    PS: Wenn Lieberberg bei den Deutschen abblitzt sollte er es hier in der Schweiz versuchen, mein Ticket würde ich sofort kaufen!

  3. Hallo allerseits,

    die Stimmung kocht mal wieder, auf der einen Seite die Gegner, die den Sport verurteilen und dabei leider häufig unsachlich werden, auf der anderen Seite die Befürworter, die aufgrund dieser Unsachlichkeit wütend werden und leider ebenfalls immer wieder in die Unsachlichkeit abdriften.

    An alle Gegner: Bitte wandelt euch doch vom stumpfen Gegner zum Kritiker! Man muss MMA nicht mögen, aber wenn man sich ein Urteil bildet und dieses auch noch kundtut, sollte man sich informiert haben und zwar aus erster Hand und nicht aus zweiter oder dritter.
    Sprich: Seht euch mal ein paar UFCKämpfe. Aber die neuen und nicht die alten von 1992 als es wirklich nur 2 Regeln gab. Häufig habe ich den Eindruck, dass die Zeitungen von dieser Zeit schreiben und nicht von der jetzigen.

    Und selbst die alten Kämpfe waren nicht nur Mord und Totschlag. Hat einer dieser hiesigen Gegner mal Royce Gracie kämpfen sehen? Den Sieger der ersten UFCs? Er hat mit reinem Brasilianischem Jiujiutsu gekämpft und gewonnen, indem er seine Gegner geradezu kunstvoll in Armhebel und Würgegriffte genommen und zur Aufgabe gezwungen hat. Seine Gegner sahen nach dem Kampf nicht angeschlagener aus als vorher.

    Einschlagen auf Wehrlose? Unsinn! Fedor zeigt uns immer wieder, wie man aus der Bodenlage unter einem Schlaghagel den Kampf gewinnen kann – mit einem Armhebel, ohne Verletzung des Gegners.

    Wer es immer noch nicht glaubt, empfehle ich diese Studie:
    http://www.jssm.org/combat/1/18/v5combat-18.pdf

    Im MMA gibt es weniger KOs als im Boxen, folglich sind Langzeitschäden deutlich unwahrscheinlicher. Das erklärt auch weshalb in MMA-Events die Toten an einer Hand abzuzählen sind und in der UFC seit 17 Jahren kein Kämpfer um sein Leben oder zu schweren permanenten Schäden gekommen ist.

    Also bitte ersteinmal informieren, und zwar indem man es sich ansieht. Wenn der Wetterbericht sagt, dass es jetzt in meiner Stadt regnet und draußen scheint die Sonne, dann glaube ich dem Bericht doch auch nicht.

    Gruß
    MirKO

  4. wieso will die stadt köln die ufc veranstaltung verbieten??? heidi klum kommmit germany next top model auch in die lanxess arena dies ist toal frauenfeindlich disese sendnung. dagegen wird doch auch nix unternommen…

    • So ein Schwachsinn, nur weil die Zivilisation so nen Mist von GNT vorgesetzt bekommt, muss man alles Mist tolerieren????? Die Frage ist weder gerechtfertigt und der Diskussion förderlich.

  5. Hallo,

    ich finde es nicht sonderlich angebracht eine solche Barbarei zu übernehmen und in Deutschland zuzulassen. Muss man den Menschen wirklich so ein primitives und barbarisches Verhalten zum ansehen geben?

    Gruß

    Der Barbar

    • was ist denn an Kampfsport unzivilisiert? Würde mal behaupten, dass die meisten aller Sportaten unserer zivilisierten Welt auf Kampfsort beruhen (von Hammerwerfen bis Reiten…).

    • Was ist denn das für eine bodenlose Polemik?
      Der vor Publikum ausgetragene Zweikampf gehört zu den ältesten Veranstaltungen unserer Zivilisation.Was daran primitiv oder barbarisch sein soll kann ich nicht verstehen.
      Wir äffen den Amis auch nichts nach, sondern sie kommen zu uns um ihr Produkt hier zu verkaufen.
      Und mann muss den Menschen das zum ansehen geben, was sie sehen wollen.
      Und ich will die UFC nicht nur einmal in Deutschland sehen !
      Also entweder, du denkst mal über das nach was du hier verzapfst,
      oder noch besser, du argumentierst in einer Weise die man ernst nehmen kann,oder am Besten“ Halt dein **** ! „

  6. Also meiner meinung nach, sollte so etwas nicht verboten werden.

    die Fighter machen das ja nicht weil sie gezwungen werden, sondern weil sie es so wollen. Und die Zuschauer werden auch nicht gezwungen es zu schauen.

    die die es nicht mögen, brauchen es nivcht gucken!!die denen es gefällt, warum soll man es verbieten?

    fußball…da gibts auch oft genug knochenbrüche usw…vllt nicht gewollt..aber trotzdem

    anti ufcler…muss man nicht verstehen…ich finde es schwachsinn….

    und BARBAREI im fgernseh zeigen..und in der Kölnarena….schwachsinn….wer nicht will, der brauch es ja nicht gucken!!!!

    Die verkaufszahlen sprechen für sich, so etwas ist beliebt!!!!

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