Cry Me A River: JOE COCKER ist gestorben

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Hamburg (bf) – Die traurigen Nachrichten aus dem Musikbusiness reißen nicht ab: Am Montag musste sich Reibeisenstimme Joe Cocker nach langem Kampf schlussendlich dem Lungenkrebs geschlagen geben. Der gebürtige Brite starb am 22. Dezember auf seiner „Mad Dog“-Ranch in Colorado im Alter von 70 Jahren. Die Musikwelt trauert um einen ihrer größten und markantesten Künstler.

Zwei Nachrufe in zwei Tagen – der Musikgott meint es derzeit nicht gut mit seinen Legenden und deren treuen Fans. Nach Entertainer Udo Jürgens ist nun auch Rock-Ikone Joe Cocker von uns gegangen. Geboren am 20. Mai 1944 in der britischen Arbeiterstadt Sheffield, feierte der Mann mit der einzigartigen Reibeisenstimme in den späten 60ern seinen Durchbruch, als er mit einem Cover des Beatles-Songs „With a Little Help from My Friends“ auf Platz #1 der britischen Single-Charts landete. Überhaupt feierte er viele seiner größten Erfolge mit Interpretationen fremder Stücke (wie „The Letter“ von The Box Tops, Arthur Hamiltons „Cry Me A River“ oder dem Nina-Simone-Hit „Don’t Let Me Be Misunderstood“) – mit besonderem Songwriter-Talent war Cocker schließlich nie gesegnet. Seine Stimme jedoch, die gab es nur einmal unter Millionen.

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In seiner fünf Dekaden währenden Karriere veröffentlichte Joe Cocker 40 Alben, die viele unvergessliche Songs wie „You Are So Beautiful“, „You Can Leave Your Hat On“ oder „Unchain My Heart“ zutage förderten. Zu seinen legendärsten Auftritten zählen der Gig beim Woodstock Festival und die komplette 1970er „Mad Dogs and Englishmen“-Amerika-Tournee, bei der er zusammen mit der exzentrischen Rocklegende Leon Russel und einer 30-köpfigen Band unterwegs war und dabei keinen Stein auf dem anderen ließ: Wenn irgendwo der Rock’n’Roll mit all seinen Facetten und Exzessen zelebriert wurde, dann wohl auf dieser verrückten Konzertodyssee.

In dieser Zeit entwickelte Cocker auch ein intensives Alkoholproblem, das dazu führte, dass er im weiteren Verlauf der 70er nicht selten volltrunken oder gar nicht zu seinen Konzerten erschien. Im Nachhinein bezeichnete der Musiker diese Zeit als verlorene Jahre, an die er kaum eine Erinnerung hatte.

Wie so oft bei großen Künstlern, war auch Joe Cockers Karriere vom steten Kampf mit Dämonen gekennzeichnet.

Auch Joe Cockers Label Sony Music zeigt sich bestürzt über den Tod eines seiner größten Musiker:

„Joe Cocker war ein legendärer Künstler, der die Rock- und Blues-Geschichte erheblich geprägt hat. Dennoch war er einer der bescheidensten Männer, die ich je getroffen habe. Seine Kultstimme hat sich für immer in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Stunde bei Joes Ehefrau Pam und seiner Familie. Joe wird in den Herzen von Millionen Fans rund um den Globus weiterleben“, sagt Edgar Berger, Chairman und CEO Sony Music Entertainment International.

Verabschieden wir uns vom einmaligen Joe Cocker mit einem seiner erfolgreichsten Songs: Sein Duett „Up Where We Belong“ mit Jennifer Warnes wurde 1983 als bester Filmsong (in „Ein Offizier und Gentleman“) mit dem Oscar ausgezeichnet. Goodbye and Godspeed, Joe!

bf / eventim / news

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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