KATZENJAMMER: Norwegens Folk-Rock-Ladys nehmen Kurs auf „Rockland“

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Hamburg (bf) – Nach über drei Jahren kehren Katzenjammer mit „Rockland“ ins Rampenlicht zurück: Auch auf ihrem dritten Studioalbum, das am 16. Januar erscheint, feuern die vier Norwegerinnen wieder einen furiosen Genre-Mix ab, der absolut einzigartig ist. Und welche Band kann das heute noch von sich behaupten, einzigartig zu sein? Wir sind mit Anne Marit, Turid, Marianne und Solveig ins „Rockland“ gefahren – hier ist unser Reisebericht.

Wer kennt das nicht: dieses Gefühl am Morgen danach, wenn man ausnahmsweise mal zu tief ins Glas geschaut hat? Einen Kater haben, nennt sich das umgangssprachlich – oder auch Katzenjammer. Den kannte man schon zu Goethes Zeiten, in denen die Sauf-Nachwehen ursprünglich als „Kotzen-Jammer“ bekannt waren, was im Laufe der Jahre zu Katzenjammer entschärft wurde. Mit Übelkeitsgefühlen hat die Musik der norwegischen Folk-Rock-Girls jedoch wahrlich nichts zu tun – im Gegenteil: Hört man ihr Album „Rockland“ an einem verkaterten Morgen, ist mit Sicherheit alles gleich viel weniger schlimm. Aber auch an ganz normalen Tagen funktioniert es natürlich prächtig und macht gnadenlos gute Laune.

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Ein gemeinsamer Friseurbesuch kann nie schaden

Zum ersten Mal fungierten die vier begnadeten Musikerinnen, die allesamt etwa 30 Instrumente beherrschen und die meisten davon auch in ihre Songs integrieren, auf ihrem neuen Werk als Haupt-Songwriterinnen – und erweisen sich dabei als mindestens ebenso talentiert wie bei der Bedienung ihrer musikalischen Werkzeuge.

Ihr wilder Mix aus Country, Folk, Blues, Pop und Rock hat schon auf ihren ersten beiden Alben, „Le Pop“ von 2008 und „A Kiss Before You Go“ von 2011 (Platz #7 in den deutschen Charts), eine ungeahnte Faszination ausgestrahlt und die Katzenjammer-Gefolgschaft kontinuierlich erweitert. Vor allem auch durch ihre fantastischen Live-Auftritte, bei denen die Musikerinnen im munteren Ringelrein ihre Instrumente tauschen, haben sie sich in die Herzen vieler Musikliebhaber gespielt.

Mit der eingängigen Bluegrass-Nummer „Old De Spain“ beginnt der elf Tracks umspannende Trip ins „Rockland“, der im weiteren Verlauf durch beschwingte Folkrock-Höhen („Curvasious Needs“), zuckersüße Mitsing-Refrains („Lady Grey“) und charmant reduzierte Pop-Balladen („Flash in The Dark“) führt. Doch auch eine launische Blues-Nummer („Driving After You“), eine Irish-Folk-Hommage („My Dear“) und ein Song mit Rap-Sprechgesang („Oh My God“) liegen auf der Reiseroute dieses unglaublich vielschichtigen Albums, das mit dem Titeltrack „Rockland“ in einem süßlich-melancholischem Finale mündet.

Aber was erzählen wir eigentlich – hören Sie doch am besten selbst in den offiziellen Album-Player rein:

Was ist das Geheimnis von Katzenjammer? Vermutlich ist es die Unbeschwertheit, mit der sie ihre Musik kreieren und performen. Solveig: „Katzenjammer ist unsere eigene Welt. Wir folgen keinen Regeln oder versuchen irgendwie kommerziell zu sein, wenn wir Musik schreiben. Wir haben uns immer von unseren Gefühlen und unserem Herz leiten lassen. […] Wir sind zusammen in dieser Seifenblase, in der die Regeln anders sind im Vergleich zu dem Rest der Welt. Dafür ist Rockland das Symbol.“

An diesen vier sympathischen Norwegerinnen werden wir noch viel Freude haben. Schon bald auch endlich wieder live: Anfang März sind Katzenjammer auf Deutschland-Tour – Dates siehe unten, Tickets gibt es auf eventim.de.

Hier noch die Album-Single „Lady Grey“ in voller Schönheit:

Der Katzenjammer ist endlich vorbei – KATZENJAMMER sind wieder da!

KATZENJAMMER – „Rockland“-Tour

04.03.15 Köln – Palladium
05.03.15 Dresden – Alter Schlachthof
06.03.15 Berlin – Columbiahalle
07.03.15 Bielefeld – Ringlokschuppen
09.03.15 Hamburg – Grosse Freiheit
10.03.15 Mannheim – Maimarktclub
20.03.15 München – Tonhalle
21.03.15 Wiesbaden – Schlachthof

Und so schaut „Rockland“ aus:

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bf / eventim / konzerte & tourneen

Bilder: © Universal, Paal Audestad

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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