Trauer um Italiens Blues-Star PINO DANIELE

Hamburg (bf) – Das Musikjahr 2015 beginnt, wie 2014 endete: mit einer Todesmeldung. Der italienische Musiker Pino Daniele, der auf einzigartige Weise Blues, Jazz und Rock mit neapolitanischer Folklore kombinierte, ist im Alter von nur 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Schon auf seinem Debütalbum „Terra mia“ von 1977 vermischte der 1955 in Neapel geborene Daniele die folkloristische Tradition seiner Heimatstadt mit frischen Bluesklängen und etablierte damit seinen ganz eigenen Sound – den taramblu (Tarantella + Blues + Rumba). In seinen aufwühlenden Songs thematisierte er soziale Ungerechtigkeiten und Missstände in seinem Heimatland, ließ aber auch immer mal wieder tief in seine melancholische Seele blicken. Im Laufe der Jahrzehnte nahm er auch arabische und afrikanische Einflüsse in seine Musik auf, experimentierte mit Weltmusik oder frönte auf seinem kommerziell erfolgreichsten Werk, dem 1989er „Mascalzone Latino“, der Popmusik.

Im Laufe seiner rund 40 Jahre währenden Karriere kreuzten sich Pino Danieles Wege oft auch mit denen anderer musikalischer Größen: 1980 eröffnete er für den legendären Bob Marley im Mailänder San-Siro-Stadion, auf seinem 1993er Album „Che Dio ti benedica“ arbeitete er mit Jazz-Ikone Chick Corea und 2002 mit seinem Freund Eros Ramazzotti zusammen. Auch mit Luciano Pavarotti oder den Simple Minds hat er seine kreativen Kräfte gebündelt.

Gerade erst hatte Neapels Blues-Ikone eine Tour für 2015 angekündigt, im Rahmen derer er Anfang Oktober nach sechsjähriger Abstinenz auch für zwei Dates in Deutschland vorbeischauen wollte und voller Vorfreude war: „Es ist immer eine große Freude, in Deutschland zu spielen… Das wunderbare deutsche Publikum liebt die Musik und ist immer mit ganzem Herzen dabei. Daher bereite ich gerade ein ganz besonderes Programm für die beiden Konzerte vor. Ihr gebt mir so viel Energie. Ich kann es nicht abwarten, für euch
zu spielen.“

Tragisch, dass es dazu nun nicht mehr kommen wird. Rest in peace, Pino Daniele.

bf / eventim / news

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Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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