Warnblinker an: BLINK-182 haben wieder Beef

blink-182

Hamburg – (bf) Eine gute Streitkultur ist ja wichtig für Bands – kreative Reibung führt schließlich nicht selten zu künstlerischen Höhenflügen. Doch bei den Pop-Punkern Blink-182 war das schon immer ein bisschen anders. Nach ihrer überraschenden Wiedervereinigung bzw. Neugründung im Jahr 2009 steht die Band, die sich derzeit ein heftiges Medien-Gezänke liefert, nun abermals vor dem Split. Aber eins nach dem anderen.

Bereits 2004 hatte sich das Trio aus Bassist Mark Hoppus, Gitarrist Tom DeLonge und Drummer Travis Barker nach diversen Querelen aufgelöst und in +44 mit Hoppus und Barker und De Longes Angels & Airwaves aufgespalten. Anfang 2009 dann die freudige Kunde der Wiedervereinigung von Blink-182, der Tour-Aktivitäten und zwei Jahre später das Album „Neighborhoods“ folgten.

Happy End? Nicht bei Blink-182, denn nun scheint der dünne Faden zwischen der Fraktion Hoppus/Barker und DeLonge endgültig zerschnitten: Erstere verkündeten kürzlich, dass DeLonge die Band „auf unbestimmte Zeit verlassen“ habe und beschimpften ihn in einem Interview mit dem US-amerikanischen Rolling Stone Magazin als „respektlos und undankbar“. Einen Ersatz für die anstehenden Live-Shows haben sie auch schon am Start: Matt Skiba, auch bekannt als Sänger und Gitarrist von Alkaline Trio.

DeLonge antwortete via Instagram: „Ich habe die Band nie verlassen.“ Ergo: Seine langjährigen Kompagnons haben ihn rausgeworfen – da er sich angeblich nicht an den Aufnahme-Sessions zum neuen Album beteiligen wollte und der Band über seinen Manager wörtlich mitteilen ließ „Tom. ist. raus.“

Nach dem Interview von Hoppus und Barker im Rolling Stone (das man hier nachlesen kann) veröffentlichte DeLonge nun via Facebook einen epischen Brief an die Fans, der nach seiner Aussage „die Wahrheit“ enthält. Wer ein bisschen Zeit hat:

Kasperletheater, Zickenalarm, Rosenkrieg: Blink-182 geben einmal mehr ein klägliches Bild nach außen ab und verleihen dem Begriff „dysfunktionale Band“ eine völlig neue Dimension. Diesmal wollen Hoppus und Barker nicht +44 reaktivieren, sondern Blink-182 weiterführen – es steht also mit Sicherheit auch ein rechtlicher Streit bevor. Dass DeLonge freiwillig das Feld räumt, ist schließlich kaum zu erwarten.

Wir sind gespannt, wo das noch hinführen wird. Schade, dass sich so eine tolle Band immer wieder selbst zerfleischt.

Aber erinnern wir uns auch an die schönen Momente mit Blink-182 – all die kleinen Dinge sozusagen…

Blink-182 – „All The Small Things“

bf / eventim / talk

Bilder: © Universal Music/Estevan Oriol

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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