BEYOND THE BLACK: endlich mal guter Symphonic-Metal aus Deutschland!

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Hamburg (bf) – Hartmusiktechnisch war und ist Deutschland ja stets ganz vorne mit dabei, doch in einigen Metal-Genres sind wir chronisch unterrepräsentiert – so zum Beispiel im immens populären Symphonic Metal mit Frauengesang. Kaum eine Band, die auch nur annähernd in den Bereich von Szene-Größen wie Nightwish, Within Temptation oder Epica vordringen könnte. Die Mannheimer Formation Beyond The Black wird diese Lücke nun endlich schließen: Ihr Debütalbum „Songs Of Love And Death“ ist ziemlich beeindruckend.

Schon die Wacken-Macher schlackerten im Frühjahr vergangenen Jahres mit den Ohren, als sie die ersten Songs der bis dato unbekannten Band hörten, und bescherten der sechsköpfigen Band um Frontfrau Jennifer Haben schon ein paar Monate später ihr Live-Debüt auf dem größten Metal-Festival der Welt.

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Beyond The Blacks Promobilder haben Luft nach oben – die Musik hingegen ist klasse

Sicher erfinden Beyond The Black das Metal-Rad (noch) nicht neu, doch ein dermaßen stark geschriebenes, performtes und (von Genre-Ikone Sascha Paeth und Elephant Music) produziertes Debütalbum abzuliefern, zeugt von unglaublichem Potenzial. Hier ein bisschen Nightwish, dort eine Prise Lacuna Coil, dann wieder jede Menge Evanescence-Pop-Appeal – „Songs Of Love And Death“ ist ein wunderschön vielseitiger Trip durch die Spannungsfelder symphonisch angehauchter Rock- und Metal-Klänge.

Schon der Opener „In The Shadows“ erweist sich als veritabler Ohrwurm, den man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt.

Bitteschön:

Beyond The Black – „In The Shadows“

Gleich das zweite Stück des Albums, der Titeltrack, offenbart die unglaubliche songwriterische Vielseitigkeit der Band: Nach einem verträumten Akustik-Gitarren-Intro entspinnt sich der Song über symphonische Keyboard-Parts zu einem dynamischen Metal-Stampfer, der ebenfalls einen unwiderstehlichen Refrain zu bieten hat. Oder soll es vielleicht doch lieber eine Piano-Ballade à la Evanescence sein? Kein Problem: In „Unbroken“ zeigt Jennifer, dass sie die fragilen Töne ebenso souverän beherrscht wie die wuchtig geschmetterten. Kein Wunder – schließlich steht ihr Leben seit ihrer Kindheit unter dem Stern der Musik: Die 19-Jährige spielt Klavier, Saxophon und Gitarre und ist zudem – wie man unschwer hören kann – mit einer absolut fantastischen Stimme gesegnet.

Man könnte jeden anderen Song auf diesem beeindruckenden Album hervorheben, da jeder auf seine besondere Weise einzigartig ist: Beim aufwühlenden Duett „Pearl In A World Of Dirt“ kontrastiert Jennifers Organ mit einer nicht minder starken männlichen, beim energetischen „When Angels Fall“ haucht eine diabolische Männerstimme in den Refrain hinein, das progressive „Numb“ wartet mit wilden Gitarrensoli und epischen Chören auf und treibt die Sängerin zu kraftvollen Höchstleistungen an, „Drowning In Darkness“ könnte glatt einem pompösen Gothic-Musical entspringen, und „Falling Into The Flames“ flirtet hemmungslos mit dem Pop, bevor es von einem Highspeed-Metalpart niedergewalzt wird. Zum Schluss gibts noch Motörheads „Love Me Forever“als Piano-Ballade – Wahnsinn.

Ein kurzes Preview:

Beyond The Black – „Love Me Forever“

Fazit: Zwölf fantastische Songs ohne Ausfall – wer auf abwechslungsreichen Female-Fronted-Symphonic-Metal steht, muss sich dieses Album besorgen. Chapeau, Beyond The Black!

Auf der Facebook-Seite der Band kann man übrigens einen Album-Player von „Songs Of Love And Death“ hören, der einen guten Überblick über die Platte gibt.

Im Mai spielen die Mannheimer vier ausgesuchte Shows in Deutschland – Ticket gibts hier, die Dates hier:

Beyond The Black – Live 2015

13.05.2015, Berlin – Lido
14.05.2015, Hamburg – Knust
15.05.2015, Köln – Die Werkstatt
16.05.2015, München – Backstage

bf / eventim / rezensionen

Bilder: © Airforce 1 Records | Universal

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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