FLORENCE + THE MACHINE: das neue Album „How Big How Blue How Beautiful“ im Check

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Hamburg (bf) – Nach fast vier Jahren melden sich die englischen Indie-Rock-Durchstarter Florence + The Machine endlich mit einem neuen Album zurück: „How Big How Blue How Beautiful“ haben Frontfrau Florence Welch und ihre Mitmusikanten den Nachfolger von „Lungs“ aus 2009 und „Ceremonials“ aus 2011 getauft. Was er kann? Wir haben uns das neue Werk der Londoner mal genauer angehört.

Florences Maschine läuft wieder

Mit ihren wunderschönen düster-romantischen Indie-Pop-Songs sind Florence + The Machine seit ihrem gefeierten 2009er Einstieg in die Musikszene eine absolute Ausnahmeerscheinung. Kein Wunder, schließlich ist hier nicht nur die Musik besonders, sondern auch Galionsfigur Welch, die von einer Art magischen Aura umweht scheint und zu den wenigen aktuellen Sängerinnen gehört, die man wohl als potenzielle Stilikone bezeichnen darf. Nicht nur aufgrund ihrer außergewöhnlichen Erscheinung, sondern auch aufgrund ihrer grandiosen Sangeskunst.

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Wie klingen Florence + The Machine nach vierjähriger Auszeit? Die Fans der ersten Stunde müssen sich keine Sorge machen: Florence + The Machine klingen grundsätzlich wie vor vier oder sechs Jahren, sprich, ihren magischen Trademark-Sound hat die Londoner Band beibehalten – soviel erkennt man schon beim beschwingten Opener „Ship To Wreck“, der den Hörer sofort am Schlafittchen packt und in die wunderschöne Welt von Florence + The Machine hineinzieht.

Lasst euch doch auch mal hineinziehen:

Schon beim nächsten Track, der Lead-Single „What Kind Of Man“, verkehrt sich die trügerische Fröhlichkeit in einen mit hypnotischen Chorussen unterlegten Power-Pop-Track, der ein wenig an den Sound von The Gossip erinnert. Der anschließende Titeltrack wiederum ist eine treibende, aber auch vergleichsweise belanglose Midtempo-Nummer mit dezentem Trompeteneinsatz und ohne große Höhepunkte. Umso mitreißender und anmutiger der Folgetrack „Queen Of Peace“, der einen mit seinem eingängigen Refrain in seinen Bann zieht.

Weitere Highlights des Albums, dessen Sound laut Welch „opulent und massiv, aber zugleich auch irgendwie sanft“ klingen sollte: Die aufwühlend melancholischen Balladen „Various Storms & Saints“ und „Long & Lost“, das sphärische „Mother“ und natürlich die kraftvoll-dynamische zweite Album-Single „St. John“.

Hier zu hören und sehen:

Kein Verstecken mehr

Während sich Florence + The Machine soundtechnisch treu geblieben sind, gab’s auf lyrischer Ebene einen entscheidenden Kurswechsel, wie Welch berichtet: „Das neue Album handelt davon zu lernen, wie man lebt, sein Leben meistert – und wie man hier, auf dieser Welt, Liebe finden kann, anstatt nach irgendeinem Ausweg zu suchen“, beschreibt die Sängerin ihren neuen Ansatz beim Texten. „Fühlt sich schon seltsam und sogar beängstigend an, weil ich mich nicht mehr hinter diesen abstrakten Ideen verstecke, aber ich hatte einfach das Gefühl, diesen Schritt genau jetzt gehen zu müssen.“

Eine letzte Kostprobe mit „What Kind Of Man“:

Fazit

Bis auf zwei bis drei Füller-Songs ist „How Big How Blue How Beautiful“ abermals ein fantastisches Florence-Album geworden, das die britische Ausnahmeband mit Sicherheit noch weiter nach vorne bringen wird. Wir freuen uns schon auf die beiden Auftritte beim Hurricane und Southside Festival!

How Big How Blue How Beautiful:

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Fotos: Tom Beard, Universal Music

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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