THE DARKNESS: das neue Album „Last Of Our Kind“ ist ein Lichtblick!

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Hamburg (bf) – Mit ihrem Debüt „Permission To Land“ haben The Darkness 2003 ein wahres Erdbeben in der Rockszene ausgelöst. Auch wenn vielleicht nicht jeder etwas mit der falsetthohen Stimme von Sänger Justin Hawkins anfangen konnte – dass die vier Briten dem Genre mit ihren pathosschwangeren Rocksongs eine überfällige Frischzellenkur verpasst haben, steht außer Frage. Nun kehren The Darkness nach dreijähriger Abstinenz wieder ins Licht zurück. Ihr viertes Album „Last Of Our Kind“ ist…

… grandios! Ganz im Ernst: Dass die Jungs aus Lowestoft noch mal so ein fantastisches Album abliefern würden, man hätte es kaum für möglich gehalten.

Bewegte Bandgeschichte

Schließlich ist die Geschichte der Band nicht gerade von Stetigkeit geprägt: Nach dem zweiten Album „One Way Ticket to Hell… and Back“ und dem Entzug von Sänger Justin Hawkins trennten sich The Darkness und feierten erst sieben Jahren später mit „Hot Cakes“ eine (fulminante) Wiederauferstehung. Danach verließ Drummer Ed Graham aus persönlichen Gründen die Band und wurde bei den Aufnahmen für Album Nr. 4 durch Emily Dolan Davies ersetzt. Doch etwa einen Monat vor Albumveröffentlichung wurde verkündet, dass die Schlagzeugerin die Band schon wieder verlassen habe. Neuer Mann an den Fellen: Rufus Taylor, Sohn von Queen-Drummer Roger Taylor.

Umso bemerkenswerter, dass sich The Darkness mit „Last Of Our Kind“ einmal mehr selbst übertroffen haben – schon die Ende Februar erschienene erste Album-Kostprobe „Barbarian“ deutete bereits an, dass die Band wieder die richtigen Töne anschlagen würde:

Ein Song besser als der andere

Der Rest der Scheibe ist nicht minder genial: Der Titeltrack ist eine glamouröse Poprock-Nummer mit einem grandios ohrwurmigen Chorus, „Roaring Waters“ gefällt mit seinem lässigen Groove, und die verträumt-melancholische Halbballade „Wheels Of The Machine“ ist so wunderbar cheesy, dass man spontan das Feuerzeug in die Höhe recken und hemmungslos schwenken mag. Im Prinzip kann man hier jeden der zehn Songs hervorheben: Im dramatisch treibenden, vor Queen-Bombast zerschmelzenden „Mighty Wings“ sirren die Gitarrenriffs, bevor sich die verrückte Stimme von Hawkins in schwindelerregende Höhen emporschraubt. Ebenfalls ein unwiderstehlicher Ohrwurm: die erste Album-Single „Open Fire“, die ziemlich genau so klingt:

Mit dem epischen „Conquerors“ findet „Last Of Our Kind“ schließlich ein emotionales Finale, das noch mal das volle Pathos-Register zieht. Durchatmen.

Fazit

Rock ist tot? Von wegen! Mit ihrem neuen Album blasen The Darkness wieder mit Schmackes und großen Hymnen zum Sturm auf den Rock-Thron. Wer auf wuchtige Riffs, eingängige Melodien und saftigen Rock’n’Roll steht, sollte „The Last Of Our Kind“ unbedingt anchecken!

Und so sieht es aus:

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bf / eventim / reviews

Foto: Scarlet Page

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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