DEINE FREUNDE – „Rappen ist Logopädie!“

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In Laufrad-Kreisen wurde schon viel gemunkelt, jetzt ist es raus: Deine Freunde, die beste Kinderband der Welt, hat ein neues Album rausgebracht. Es heißt „Kindsköpfe“ und ist ein würdiger Nachfolger von „Ausm Häuschen“ und „Heile Welt“. Aber irgendwie anders klingt die Scheibe dann doch. Vielleicht sind die Jungs doch gar nicht mehr so sehr Kindsköpfe, wie sie immer behaupten.

Wir stritten in der Redaktion lange, wer denn jetzt noch am meisten Kind ist, um dieses Album zu reviewen. Und kamen drauf, dass wir eine echte Mini-Journalistin brauchen. Also suchten und fanden wir Marley, sieben Jahre alt. Auch ein echter Kindskopf und Deine-Freunde-Fan der ersten Stunde. Marley kann beide Vorgänger laut mitsingen und hört die neue Scheibe gerade zum ersten Mal. Wir bloggen mal live mit, was die Kleine (und ihre Mama) so zu den einzelnen Songs sagt:

Gebt uns Eure Kinder

Marley meint: Guter Beat. Aber das ist ja gar kein Lied für mich. Das ist für Eltern. Ich bin keine Eltern. Könnt Ihr weiter machen?
Das sagt Mama: Nach zwei Alben müssen Deine Freunde nicht mehr fragen, ob sie mein Kind haben dürfen. Dennoch wieder einfache, aber grandiose Reime wie „Unsere Konzerte folgen einer Logik – wir legen viel Wert auf Bewegungspädagogik.“ Etwas kurios ist die Tatsache, dass sogar die heile Welt von Deine Freunde nicht vor der Meta-Rap-Falle gefeit ist. Und so statementen sich die drei durch dieses vollkommen radiotaugliche Lied à la „Wir machen fette Beats, keinen Einheitsbrei“. Das ist dann auf Album drei irgendwie auch durch. Wissen wir ja im Grunde alle. Haben die Jungs gar nicht nötig.

Die besten gemeinsten Eltern der Welt

Marley meint: Also das mag ich. Obwohl meine Eltern die Besten sind. Und nie gemein. Deswegen mag ich den Text nicht so gern. Aber die Musik ist gut.
Das sagt Mama: Deswegen stehen alle Eltern auf Deine Freunde. Die süffisante Reflexion der Jungs nimmt die Schärfe aus dem Alltag mit Kindern – den Beat gibt’s obendrauf. Ja, da muss man grinsen, weil die einfach recht haben. So ist es halt und wird sich niemals ändern. Eltern sind gut und gemein gleichzeitig. Zum Beispiel wenn sie den Hamster schenken, dann aber verlangen, dass der Käfig vom Kind sauber gehalten wird.

Hausaufgaben

Marley meint: Warte, ich groove noch. Also das find ich gut. Und Hausaufgaben mag ich auch nicht. Aber ich muss das ja machen, damit ich nicht dumm bleibe. Kann ich das nochmal hören?
Das sagt Mama: Sind wir noch im Kinderzimmer oder im Club? Der Sound ist auf jeden Fall nicht mehr „Häschen hüpf“, sondern eine klare Evolution in Richtung erster dunkler Club in Mamas High Heels. Der Text ist wiederum sehr kindlich und thematisiert, was alle Kinder hassen. Geht bestimmt gut bei Übernachtungspartys. Insgesamt hoher Coolness-Faktor.

Schatz

Marley meint: Super! Meine Mama mag auch nicht, wenn ich dauernd „kuck mal“ sage. Weil manchmal mache ich dann gar nichts und das findet Mama dann doof. Obwohl ich super Purzelbäume kann. „Kuck mal, Mama“!
Das sagt Mama: Großartig. Im Lied geht es darum, wie oft man als Mama irgendwo hingucken muss, weil das Kind entweder ne Rolle rückwärts, ne schöne Grimasse oder sonst irgendwas Kuckenswertes veranstaltet. Das will man als Mama nicht immer, weil man nun mal gerade ein Erwachsenengespräch führt oder ein heißes Backblech aus dem Ofen zieht. Kuck mal nervt. Und darum geht’s. Ein charmantes Lied für ein brisantes Thema.

Hier mal selbst reinhorchen:
https://vimeo.com/146226330

Schlagzeuglied

Marley meint: Sind das noch Deine Freunde? Oh, ein Schlagzeug. Das finde ich gut. *hüpft* Mama, kann ich ein Schlagzeug haben?
Das sagt Mama: Ein Schlagzeuglied. Also rein vom Sound her ist das schon sehr minimal, aber verdammt gut. Ein bisschen Schlagzeug und Bass – mehr braucht es nicht. Ganz einfach, ohne große Botschaft als eine Lobeshymne ans Schlagzeug. Die schlichtesten Sachen sind ja doch oft die besten.

Schweinehund

Marley meint: Gibt es das Tier wirklich? Ist das sowas wie der Grüffelo? Gibt’s den im Zoo? Ja, das Lied ist auch gut. Der mag auch alles nicht, was ich auch nicht mag.
Das sagt Mama: Der Anfang ist zuckersüß. Schweinehunde haben wir ja alle Zuhause. Zarte Anleihen von „Füchse“ von den Beginnern.

Fazit:

Marley: „Ja, also ich finde es gut. Aber es ist anders als die anderen. Die anderen mochte ich auch sehr. Im Januar geh ich auf ein Konzert. Da freu ich mich schon.“
Mama: Das Album ist wirklich reifer als die anderen. Bestimmt haben auch die älteren Kids was davon. Am Anfang mag man etwas enttäuscht sein, aber es braucht einfach nur eine Weile. Immer wieder hören hilft. Aber das ist bei Musik für Kids ja sowieso nicht zu verhindern.

Willste aufs Konzert? Kuck mal: Tickets gibt’s auf eventim.de.

Jana Rauschenbach

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