BEHEMOTH, ABBATH & Co. in Hamburg.
Oder: Trommelfell, ade!

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Für die einen ist es einfach nur kakophonischer Krach, für die anderen Hartmusik in Perfektion: Die polnischen Berserker Behemoth sind mit ihrem kompromisslosen Sound und ihrer kontroversen Selbstinszenierung sicher nichts für schwache Nerven. Auf ihrer „Europa Blasfemia Tour 2016“ legten sie unter anderem die Markthalle Hamburg in Schutt und Asche. Wir haben uns mal hingetraut.

Eine schwarze Parade pilgert Richtung Markthalle. Wenn Behemoth zur Audienz laden, will man schließlich dabei sein. Wer einmal eins der perfekt inszenierten Konzerte der erfolgreichsten Metalband Polens erlebt hat, wird wissen, warum: Die Musik mag wie Sound gewordenes Chaos oder ein 120-Dezibel-Waschmaschinenschleudergang klingen, doch ihr unterliegt stets Perfektion. Morbide Perfektion zwar, aber immerhin Perfektion.

Behemoth auf Europa Blasfemia Tour

Mit dabei auf ihrer unheiligen „Europa Blasfemia Tour“ haben Behemoth das kolumbianisch-amerikanische Black-Metal-Duo Inquisition, die schwedischen Death-Metal-Urväter Entombed A.D. und den Kollegen Abbath, seines Zeichens Ex-„Sänger“ der norwegischen Kultband Immortal. Ein teuflisches Package also, das dem rappelvollen Saal mächtig einheizt, bevor schließlich Behemoth-Sänger Nergal mit zwei Fackeln in der Hand die Bühne betritt und den Startschuss für ein außergewöhnliches Konzert gibt: Die Polen spielen ihr vor zwei Jahren erschienenes aktuelles Album „The Satanist“, das in ihrer Heimat auf Platz #1 der Charts und bei uns immerhin auf #11 einstieg, komplett am Stück durch. 45 Minuten Trommelfell-Malträtierung der Extraklasse, erweitert durch einige ältere Songs wie „Conquer All“ – danach braucht man erst mal ein paar Baldriantropfen.

Wir wollen gar nicht mehr Worte verlieren – es war episch, es war laut, es war böse! Auf Behemoth ist und bleibt Verlass.

Hier ein paar Bilder der Show:

Bilder: Ben Foitzik

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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