PARKWAY DRIVE servieren Audiogehacktes in der Hamburger Sporthalle

parkway drive tickets 2016

Während der nasskalte Winter unerbittlich ungemütlich seine grässlichen Kreise zieht, bringen fünf Jungs aus Byron Bay den australischen Sommer in die Hallen der Republik – und zwar mit einem Vorschlaghammer. Wir haben uns die Parkway Drive-Show in Hamburg angeschaut.

Vor zehn Jahren, als sie mit ihrem Debütalbum „Killing With A Smile“ durch Deutschland tingelten, spielten Parkway Drive vor gefühlten 50 Leuten pro Show. Zwei Jahre später waren es vielleicht 200 mehr. Nächstes mal dann 500. Und so weiter und so fort. Auf der momentan laufenden Tour zu ihrem fünften Album „Ire“, das im September 2015 erschien und auf Platz #8 der deutschen Albumcharts kletterte, füllen Sänger Winston McCall und Co. nun Hallen mit mehreren tausend Menschen. Harte und beständige Arbeit zahlt sich also doch noch aus!

Parkway Drive auf Tour mit Architects und Thy Art Is Murder

Als Support haben sich PWD ihre australischen Deathcore-Landsmänner Thy Art Is Murder und die englischen Metalcore-Spezialisten Architects mit aufs Tour-Surfbrett geladen, die die Ohren und Innereien des Hamburger Publikums schon mal ordentlich auf Betriebstemperatur bringen. Vor allem die Briten wissen auch in einem größeren Rahmen wie der Hamburger Sporthalle zu überzeugen und feuern neben wuchtigen Tracks der Marke „Gravedigger“ oder „These Colours Don’t Run“ auch eine fette Liveshow in die pulsierende Menge.

Dennoch sind Parkway Drive dann doch noch mal eine andere Liga: Mit ihrem tonnenschweren Sound lassen sie die Sporthalle unter für sich selbst sprechenden Titeln wie „Destroyer“ „Carrion“ oder „Crushed“ erbeben. Der frisch erblondete Winston McCall tobt wie ein Irrwisch über jene Bühne, die sich Parkway Drive schon vor etwas mehr als einem Jahr auf ihrer Co-Headliner-Tour mit Heaven Shall Burn geteilt hatten.

Perfektes Song-Potpourri

Dieses Mal müssen sie sich den Headliner-Slot nicht teilen, sondern sind die uneingeschränkte Attraktion des Abends – eine Rolle, der sie mit spielerischer Leichtigkeit gerecht werden: Dank der authentischen und charismatischen Attitüde der jovialen Australier springt der Funke vom ersten Song an aufs Publikum über. Ob brachiale ältere Songs wie „Romance Is Dead“ und „Idols And Anchors“, „Ire“-Hits à la „Dying To Believe“, „Dedicated“ und „Bottom Feeder“ oder mutige Pop-Punk-Flirts der Marke „Vice Grip“ und „Home Is For The Heartless“ – Parkway Drive bieten das perfekte Potpourri aus ihren bisherigen fünf Werken. Die Fans danken es mit unermüdlichen Energie-Explosionen und stimmgewaltigem Mitgrölen der epischen Refrains.

Ein furioses Live-Erlebnis, an dessen Ende den meisten Teilnehmern ein wonniges Grinsen ins schweißüberströmte Gesicht gezimmert ist. So erhebend kann knüppelharte Musik sein – danke dafür, Parkway Drive!

Ein paar Bilder von der PWD-Show

Bilder: Ben Foitzik


PARKWAY DRIVE >>> TICKETS

Eine Chance habt ihr noch, Parkway Drive live auf ihrer „Ire“-Tour zu sehen: Am 18. Februar 2016 spielen die Aussies in der Turbinenhalle in Oberhausen. Tickets gibt es auf eventim.de.


Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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