GHOST – 2017 auf Tour und jetzt bei uns im Interview!

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Mit ihrer aktuellen EP „Popestar“, die mit „Square Hammer“ wohl einen der größten Rocksongs der Neuzeit enthält, halten Ghost im April 2017 „Rituale“ in Köln, Hamburg, Wiesbaden, München und Berlin ab. Aber keine Angst: Hier werden keine Ziegen geopfert, hier geht es um Fun und Entertainment im Kontext wunderbarer Rockmusik! Der Vorverkauf für die fünf Deutschland-Shows ist auf eventim.de gestartet – wer dabei sein will, sollte schnell sein!

Ghost sind mehr als nur eine Band mit fantastischen Rockhymnen. Sie sind ein lebendiger Mythos, eine große Show, grandioses Entertainment. Wer einmal eine Ghost-Headliner-Show erlebt hat, wird vermutlich immer wieder kommen wollen. Und das nicht nur, weil der Weihrauch so angenehm riecht, sondern weil es Papa Emeritus und seine namenlosen Ghouls wie nur wenige andere Bands verstehen, ihr Publikum nicht nur mit genialen Songs zu beschallen, sondern ihm auch das zu geben, was man eigentlich von einer Live-Show erwarten darf: maximale Unterhaltung!

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Papa Emeritus III gewährt uns Audienz

Da auch wir im absoluten Ghost-Fieber sind und fest daran glauben, dass diese Band schon bald eine der größten Rockbands des Planeten sein wird, haben wir mit Papa Emeritus höchstpersönlich über Ghost gesprochen. Für Nicht-Ghostler: Auf jedem der bisherigen drei Ghost-Alben „Opus Eponymous“, „Infestissumam“ und „Meliora“ wurde ein neuer „Papa“ als Ghost-Anführer gewählt.

Na dann küssen wir „Papa“ doch mal die schwarze Hand und befragen ihn zum Grammy-Erfolg, zum Ghost-Mythos an sich und zur (rosigen?) Zukunft der Band!


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Papa Emeritus III:

„Ich weigere mich, in diesem Gefängnis eingesperrt zu sein. Ich liebe Ghost, aber es geschieht in einem gewissen Kontext. Es ist eine Freiheit – keine Beschränkung.“



Ihr habt dieses Jahr den Grammy für die „Best Metal Performance“ gewonnen und dabei Konkurrenten wie Slipknot und Lamb of God auf die Plätze verwiesen – hat das irgend etwas für euch verändert?
Natürlich. Allerdings eher auf einer persönlichen Ebene. Ich glaube nicht, dass am Tag danach plötzlich alle aufgewacht sind, einen kollektiven Ghost-Orgasmus hatten und losgezogen sind, um unsere Platten zu kaufen. Für uns ist der Grammy eher eine Art Business-Bescheinigung: Plötzlich sind gewisse Promoter, Sponsoren und große Firmen auf uns aufmerksam geworden. Für mich als Songwriter ist es natürlich ebenfalls eine Bestätigung – die Grammy-Medaille an deiner Jacke nimmst du ab jetzt zu jedem Meeting, zu jedem Dinner und zu jeder Zusammenarbeit mit, die du machst. Der Grammy-Gewinn bringt dir also hauptsächlich Aufmerksamkeit im Business und öffnet dir Türen.

Als Rockmusiker will man doch eigentlich auf der Bühne gefeiert werden – wie passt das damit zusammen, dass ihr unter den Masken anonym seid? Anders gefragt: Ist es befriedigend, ausschließlich unter Masken zu performen?
Ja, das ist es. Aber ist es genug? (Lange Pause) Ich persönlich bin ganz zufrieden damit. Klar, wie alle anderen, die Musiker geworden sind und die es auf die Bühne gezogen hat, habe auch ich eine Art exhibitionistisches Verlangen, erkannt und geliebt zu werden. Man muss aber unterscheiden zwischen „maskiert auftreten“ und „anonym bleiben“. Uns ist immer bewusst gewesen, dass wir als Band wohl immer maskiert bleiben werden, dass wir aber auf Dauer vermutlich nicht anonym bleiben können. Das ist einfach unmöglich. Wenn du anonym sein willst, dann sei nicht in einer Rockband.

Der jüngste Ghost-Hit: „Square Hammer“!

Glaubst du, ihr hättet den gleichen Erfolg, wenn ihr nicht in dieser Verkleidung auftreten würdet und nur eine „normale“ Rockband mit starken Songs wärt?
Unsere Karriere wäre sicher anders verlaufen – wir hätten nicht zu dem werden können, was wir jetzt sind. Meine Lieblingsanalogie dafür ist diese: Wäre Adele so erfolgreich gewesen, wenn sie wie Ariana Grande aussehen und tanzen würde? Vermutlich nicht, denn man liebt sie für viele andere Dinge. Wenn sie eine freizügige Tänzerin mit der gleichen Stimme gewesen wäre, weiß ich nicht, ob sie es so weit gebracht hätte. Ich möchte aber noch eine Sache zum Anonym-Bleiben und Masken-Tragen sagen: Ich kann mich dafür verbürgen, dass wir Ghost niemals ohne Masken machen werden. Andererseits bin ich auch ein Musiker, ein Entertainer und ein Songwriter. Ich kann nicht versprechen, dass ich für immer anonym bleiben werde. Wenn ich mal wieder etwas anderes als Ghost mache, dann wird das nichts sein, wobei ich anonym bin – das habe ich jetzt schon zweimal gemacht. Viele Leute sagen ja, dass es Ghost zerstören würde, wenn wir nebenbei auch noch etwas anderes machen würden. Ich weigere mich aber, in diesem Gefängnis eingesperrt zu sein. Ich liebe es, das hier zu machen, aber es geschieht in einem gewissen Kontext. Es ist eine Freiheit – keine Beschränkung.

Den Ghost-Mythos werdet ihr also weiter so durchziehen? Zum Beispiel bei jedem neuen Album einen neuen Papa Emeritus als Frontmann ernennen?
Oh yeah! Das ist Teil der Show! Ich sehe mich bei Ghost auch eher als eine Art Dirigent, als – um mal einen großen Namen zu nennen – Andrew Lloyd Webber, der seine Kreation betrachtet. Das hier ist das Ghost-Projekt, die Ghost-Trilogie oder wozu immer das noch werden wird. Wie jeder andere Schauspieler oder Musiker möchte ich aber nicht in dieser Rolle feststecken, sondern auch andere Dinge machen. Einer der positiven Aspekte in einer Band wie dieser ist ja, dass man seine eigene Band ziemlich objektiv betrachten kann – und nicht der Idee verfällt, man sei seine eigene Bühnenpersona. Mit dem richtigen Maß an Alkohol kann man sich natürlich trotzdem in diese verwandeln (lacht)…

Hierfür gewannen Ghost den Grammy: „Cirice“

Du deutest ein bisschen an, dass Ghost irgendwann mal zu Ende sein könnten.
Ich denke, es ist gesund, sich der Sterblichkeit einer Band bewusst zu sein. Ich bin ein romantisch denkender Mensch, glaube aber auch, dass man etwas genießen sollte, solange es währt – und dass man sich dessen bewusst ist. Ganz im Ernst: Wenn man sich verliebt, und selbst wenn es eine wirklich große Liebe ist, sagt die Statistik, dass diese Liebe nach sieben Jahren zu Ende sein wird. Das ist die Haltbarkeit von Liebe. Wenn man das akzeptieren kann, auch wenn es wehtut, dann wird sich dein Leben und wie du es planst, welche Limitierungen du dir selbst auferlegst… das alles wird sich verändern. Ich habe eine ähnliche Einstellung zu Ghost: Ich liebe es das zu tun, denn es ist bis jetzt meine größte künstlerische Leistung. Ich weiß, dass wir gerade recht populär sind und hoffentlich nächstes Jahr noch populärer werden, aber wie jede andere Band werden auch wir unser Höhen und Tiefen haben. In meinem Kopf haben wir noch drei oder vier Jahre mit Plänen vor uns, mit Dingen, die wir noch machen müssen, um diese Band auszuschöpfen. Ich will mir aber auch den Gedanken bewahren, dass wir das hier jederzeit beenden können und nicht hysterisch daran festhalten, weil es ein toller Job ist. Es gibt so viele bekannte Bands dort draußen, die immer weiter neue Alben rausbringen, ihren Job aber nicht mehr ausstehen können. Sie hassen es und sind verbittert, weil sie feststecken. Und weil sie keinen sogenannten „normalen“ Job machen wollen. Die Angst davor, wieder auf dem Boden zu landen, ist so groß, dass sie lieber unglücklich sind und weitermachen. Und das ist etwas, was ich wirklich nicht machen möchte.

Bild: Loma Vista Spinefarm


GHOST – Popestar Tour 2017
05.04.2017 – Köln, E-Werk
08.04.2017 – Hamburg, Docks
09.04.2017 – Wiesbaden, Schlachthof
23.04.2017 – München, Kesselhaus
D5.04.2017 – Berlin, Huxleys

Immer noch nicht von Ghost überzeugt? Dann hört diesen Song!


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Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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