TWENTY ONE PILOTS liefern ein grandioses Live-Spektakel in Hamburg ab

twenty one pilots tour tickets 2016 2017

Falls es noch eines Beweises bedurfte, dass twenty one pilots schon sehr bald das Maß aller Dinge im internationalen Popbusiness sein dürften, wurde er beim jüngsten Hamburg-Gig des US-Pop-Duos endgültig erbracht. Am Halloween-Abend lieferten Sänger und Instrumentalist Tyler Joseph und Drummer Josh Dun in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle eine Wahnsinnsshow ab.

twenty one pilots, die mit ihrem zweiten Major-Album „Blurryface“ im Mai dieses Jahres endgültig ihren internationalen Durchbruch gefeiert haben, arbeiten weiter fleißig am eigenen Mythos: Im Vorfeld der Hamburg-Show am 31. Oktober sollen sie bei einem dpa-Interview ausschließlich Quatsch-Antworten gegeben haben. Arroganz? Starallüren? Unmöglich, sowas? Vielleicht. Vielleicht aber auch einfach ihr gutes Recht: twenty one pilots lassen einfach lieber ihre faszinierende Musik und ihre grandiosen Liveshows sprechen – und das ist für einen Künstler schließlich das, was wirklich zählt.

Es passt zum offensichtlich gespaltenen Medienverhältnis der Band, dass die beiden Musiker bei den ersten drei Songs ihres Sets in Hamburg – „Heavydirtysoul“, „Migraine“ und „Hometown“ – konsequent ihre Sturmhauben tragen und kaum das Licht anmachen. Entsprechend bescheiden sind daher auch die Bilder, die wir von der Show mitgebracht haben – einer Show, die sonst doch so strahlendschön, imposant und bildgewaltig Show war. Aber egal, so oder so muss man einfach dabei gewesen sein, um verstehen zu können, was bei einer „TOP“-Show abgeht. Nur so viel: Es ist der helle Wahnsinn.

Ein Live-Video vom Set-Opener „Heavydirtysoul“ (aus den Staaten)

Zu zweit machen die beiden „Jungs“ aus Columbus, Ohio bei der Hamburg-Show ihrer „Emotional Roadshow World Tour“ mehr Alarm auf der Bühne als andere Bands zu sechst mit 20 Tänzerinnen. Dun trommelt wie ein Besessener auf sein prominent platziertes Drumkit ein und präsentiert ganz nebenbei seinen top-trainierten Astraloberkörper (#knowyouraudience), während Joseph teilweise wie von der Tarantel gestochen über die Bühne fegt, plötzlich leblos zusammensackt, nur um gleich darauf umso heftiger wieder aufzuspringen. Mal sitzt das Multitalent am Piano und schmettert eine wunderbare Melodie ins Publikum, mal gibt’s schwindelerregende Rap-Rhymes und dann wieder steht Joseph im Hawaiihemd und mit schriller Brille auf der Bühne und schrammelt bei „House Of Gold“ die Ukulele.

Dazu gibt’s eine brillante Licht- und Lasershow und Live-Projektion auf die gigantischen Leinwände über und neben der Bühne – selbst wenn man im hinteren Bereich der Sporthalle steht, bekommt man doch noch ziemlich viel mit von dem, was auf der Bühne vonstattengeht. Ein klassisches Hinten und Vorne gibt es bei einem Konzert von twenty one pilots allerdings nicht: In der Mitte des Sets tauchen die beiden Musiker plötzlich am hinteren Ende der Halle auf und spielen ein paar Songs auf einer Minibühne – was für eine geile Aktion! Diese Einlage war natürlich noch längst nicht das Ende der Entertainment-Fahnenstange des etwa 100-minütigen TOP-Gigs: Im weiteren Verlauf ihrer atemlosen Show pest Joseph in einem transparenten rötlichen Laufball über die Menge, und Dun gleitet plötzlich auf einer kleinen Schlagzeug-Insel über die Köpfe der begeisterten Fans. Wie gesagt: Man muss diesen wunderbaren Entertainment-Irrsinn wohl mit eigenen Augen gesehen haben.

Ein weiterer Eindruck davon, was bei TOP so abgeht:

Souverän spielen sich twenty one pilots durch ihr unglaublich vielfältiges Portfolio, in dem sie auf unnachahmliche Art und Weise Pop mit Hip-Hop, Rock, Electro und Reggae mischen und so einen völlig einzigartigen Sound kreieren, der sie von allem anderen abhebt, was da draußen sonst noch so herummusiziert. Es ist vermutlich genau diese geniale Genremixtur, die das Duo sowohl bei jungen Kids als auch bei deren Eltern populär macht.

Natürlich haben die beiden Mittzwanziger auch in Hamburg ihre größten Hymnen dabei: Songs wie „Heathens“, „Lane Boy“, „We Don’t Believe What’s On TV“, „Car Radio“, „Ride“ und natürlich ihr Überhit „Stressed Out“ entfalten auch live ihre ganz besondere Magie und animieren die Menge zum lauthalsen kollektiven Mitsingen.

Bombastische Show, geniale Songs, große Gefühle, einzigartiger Style, grandioses Entertainment – wie wir kürzlich (hier) schon unkten, sind twenty one pilots momentan vielleicht die heißeste Band im internationalen Popzirkus. Weil #isso

twenty one pilots in Hamburg – die Galerie:

Bilder: Ben Foitzik


TWENTY ONE PILOTS >>> TICKETALARM

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Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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