Lust auf Kultur in der Elbmetropole? Diese 10 Museen in Hamburg müsst ihr kennen!

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In Hamburg wohnen Pfeffersäcke, die Wert auf gute Geschäfte legen und Kultur für einen nebensächlichen Zeitvertreib halten. Lange hat sich dieses Vorurteil über die Hamburger Kulturszene gehalten. Stimmt aber natürlich schon seit Ewigkeiten nicht mehr! Das beweist nicht zuletzt die mannigfaltige Museumslandschaft der Hansestadt: Ob moderne Fotografie oder süße Schokolade, fremde Kulturen oder der eigene Hafen – in Hamburg gibt es zu beinahe jedem Thema eine Ausstellung. Wenn also Schietwetter droht: Rein ins Trockene in eins der vielen spannenden Museen in Hamburg! Wir haben für euch die besten Tipps zusammengestellt.

Wenn ihr auf die Links im Text klickt, kommt ihr übrigens direkt zum EVENTIM Guide, dem neuen Freizeitkalender für Hamburg. Viel Spaß mit den besten Museen in Hamburg!

10 Highlights der Hamburger Museumslandschaft

BallinStadt – Das Auswanderermuseum Hamburg

Heute pressen sich Tag für Tag wahren Fluten von Touristen durch Hamburg, und das nicht nur in den Sommermonaten. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war das anders. Damals war die Stadt für über fünf Millionen Menschen nur Zwischenstation: Auswanderer aus Deutschland und ganz Europa flohen von hier vor Verfolgung und Armut und suchten einen Neuanfang in Amerika. Hamburg wurde zum sprichwörtlichen „Tor zur Welt“. In drei Häusern, die den damaligen Auswandererbaracken nachgebaut sind, stellt die BallinStadt auf der Elbinsel Veddel diese bewegte und bewegende Geschichte nach. Auf 2500 Quadratkilometern Ausstellungsfläche begegnen dem Besucher die Menschen von damals, ihre Motive, ihre Schicksale. Mit Hilfe einer Datenbank kann man sich vor Ort auch auf die Suche nach der eigenen Familiengeschichte machen.

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 bis 16:30 Uhr

Deichtorhallen

Früher wurden hier Obst und Gemüse verkauft, heute gehören die Deichtorhallen zu den wichtigsten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst und Fotografie in Europa. Schon der in der Nähe der Hafencity gelegene Bau ist ein Kunstwerk für sich und beeindruckt mit seiner Architektur zwischen Jugendstil und Industriegebäude. Innen offenbart sich dem Besucher eine andere Welt: Im „Haus der Photographie“ gastieren Wechselausstellungen mit Arbeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert und der Gegenwart. Auch das Bildarchiv des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ist hier untergebracht. Und in der „Halle für aktuelle Kunst“ zeigten schon Künstler wie Andy Warhol und Jonathan Meese ihre Großprojekte. Oft entstehen diese XXL-Kunstwerke sogar exklusiv für die Deichtorhallen!

Öffnungszeiten: Di bis So 11 bis 18 Uhr, Mo geschlossen

#hamburg #deichtorhallen

Ein von Luca (@luca.bischoff) gepostetes Foto am

Chocoversum

Mitten im historischen Kontorhausviertel, gleich gegenüber dem berühmten Chilehaus, liegt eine Hamburgische Attraktion, die weniger mit Architektur und Backstein, dafür aber mit süßem Genuss zu tun hat: Das zweitgrößte deutsche Schokoladen-Unternehmen Hachez betreibt hier ein Museum, in dem sich alles um die zart schmelzende Köstlichkeit dreht. Gute Sache: Der Speichelfluss bleibt beim Besuch unter Kontrolle, denn Probieren ist im Chocoversum erlaubt. Die Führung beginnt bei der in ihrer Rohform ungenießbaren Kakaobohne und zeigt anhand von historischen Originalmaschinen, wie daraus Schokolade wird. Am Ende darf jeder Besucher seine ganz eigene Schokolade kreieren. Glücklich, schlauer und ein wenig reicher an Hüftgold rollt man danach fröhlich von dannen zurück.

Öffnungszeiten: Mo bis So 10 bis 18 Uhr

Made our own chocolate at #Chocoversum today! #chocolateandspeculoos #adventadvent #hamburg

Ein von Gianini Viktualia (@gianiniviktualia) gepostetes Foto am

Hamburger Kunsthalle

Altehrwürdig? Ist die 1869 eröffnete Hamburger Kunsthalle auch. Aber seit der Wiedereröffnung im April 2016 nach umfassender Sanierung wirkt das Museum mit seinen Sammlungen, die den Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannen, alles andere als museal. Das moderne Beleuchtungssystem allein macht den Gang durch 700 Jahre Kunstgeschichte schon zu einem sinnlichen Erlebnis. Endlich ist auch die seit über 100 Jahren nicht mehr benutzte Eingangshalle wieder eröffnet. Schon beim Betreten des Gebäudes entfaltet sich die ganze gründerzeitliche Pracht mit ihren Marmortreppen, Pilastern und Stuckornamenten. Durch einen unterirdischen Tunnel gelangen die Besucher in die Galerie der Gegenwart, in der zeitgenössische Kunst ausgestellt ist.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa und So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr, Mo geschlossen

#Salvatore #Dali #Hamburg #Kunsthalle #finallyhappy #ausstellung #hamburgerkunsthalle

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Deutsches Zusatzstoffmuseum

Ein Museum, in dem Enzyme, Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren ausgestellt werden? Und das aussieht wie ein Mini-Supermarkt? Im Deutschen Zusatzstoffmuseum wird die Lebensmittelchemie zum Ausstellungsobjekt, die sonst unsicht- und -schmeckbar bleibt und sich in ellenlangen Zutatenlisten versteckt. Die Umgebung passt dazu: Es befindet sich auf dem Gelände des Großmarkts. Hier kann man erfahren, wo die über tausend in der europäischen Lebensmittelindustrie verwendeten Zusatzstoffe enthalten sind und wie ihr Einsatz oft verschleiert wird. Man lernt zum Beispiel, dass Himbeeraroma aus Sägespänen hergestellt wird – lecker, oder? Wem dann noch nicht der Appetit vergangen ist, der darf hier auch riechen und schmecken.

Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa, So 11 bis 17 Uhr, Do 14 bis 20 Uhr, Mo geschlossen

#zusatzstoffmuseum #hafencity #hamburg #billhafen #oberhafen #deutscheszusatzstoffmuseum #mvhh #hamburgahoi

Ein von Jacqueline Pohl (@jacqui_pohl) gepostetes Foto am

Museum der Arbeit

Manchmal kann ein Topf eine ganze Geschichte erzählen. Zumindest im Hamburger Museum der Arbeit: Dort ist unter anderem die gesamte „Metallwarenfabrik Carl Wild“ aus dem 19. Jahrhundert aufgestellt. Man kann nicht nur den Fertigungsprozess nachvollziehen, sondern bekommt auch eine Ahnung von der Schwere der Arbeit. Überhaupt stehen hier konkrete und sinnliche Erfahrungen im Vordergrund: Wie hat die industrielle Revolution den Alltag der Menschen geprägt? Wie haben ein Kesselschmied, ein Schlosser, ein Damenschneider gelebt? Neben dem historischen Haupthaus im Stadtteil Barmbek zeigen die Außenstellen Speicherstadtmuseum und Hafenmuseum, wie hart im Hamburger Hafen malocht wurde.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr und Sa 10 bis 17 Uhr, Mo 13 bis 21 Uhr, So 10 bis 18 Uhr

Museumsschiffe

Hamburg hat nah am Wasser gebaut. Obwohl die Nordsee noch rund 100 Kilometer entfernt ist: Das Gefühl von Fernweh und eine raue Seefahrer-Romantik sind überall greifbar. Eigentlich logisch also, dass Schiffe in Hamburg nicht nur Verkehrsmittel sind, sondern auch Wahrzeichen und Museen. Wie die an den Landungsbrücken liegende Rickmer Rickmers, ein dreimastiger ehemaliger Frachtsegler von 1896. Seit den Achtzigerjahren ist sie ein Museumsschiff, auf dem man unter anderem die Kajüte des Kapitäns und die Kombüse besuchen darf. Auf der benachbarten Cap San Diego können Besucher sogar übernachten und die Takelage zum Klettergarten umfunktionieren. Wem das nicht reicht: Im Museumshafen Övelgönne lassen sich gleich mehrere maritime Oldtimer bestaunen – darunter ein Eisbrecher.

Öffnungszeiten: unterschiedlich

Museum für Völkerkunde

„Ein Dach für alle Kulturen“: Das Museum für Völkerkunde Hamburg gehört zu den größten in Europa – Ausdruck der Weltoffenheit der Hansestadt. Allein das imposante Gebäude von 1912 im vornehmen Stadtteil Rotherbaum ist den Besuch wert. Hier kann der Besucher auf Weltreise gehen und begegnet Kulturen wie den Atzteken und Mayas, Südseevölkern oder den Indianern Nordamerikas. Mehr als 700.000 Objekte, darunter Schnitzereien, Statuen und Samurai-Rüstungen, machen fremde Bräuche erlebbar. Ein Hexen-Archiv versetzt zurück ins Mittelalter. Und Feiern ist ausdrücklich erwünscht: Jedes Jahr begeht das Völkerkundemuseum Volksfeste aus aller Welt, vom japanischen Mädchenfest bis zum mexikanischen Totentag.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa und So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr, Mo geschlossen

Prototyp

Einmal Michael Schumachers ersten Formel-Eins-Wagen berühren! Im Hamburger Automuseum Prototyp in der HafenCity kein Problem. In einem historischen Gebäude, in dem einmal Kämme aus Gummi hergestellt wurden, sind heute fahrbare Untersätze ausgestellt, mit denen man früher ordentlich Gummi geben konnte. Den Motor der Exponate anwerfen kann man zwar nicht mehr, aber immerhin trennen den Besucher hier keine Scheiben oder Barrieren vom Porsche Typ 64 und anderen Sportwagen von Marken wie Volkswagen oder Borgward. Auch die Schicksale der Teufelskerle, die hinterm Steuer Platz nahmen, werden in der Ausstellung ausführlich dokumentiert. Und wer dann wirklich selbst Gas geben will, steigt in den Porsche 356 Fahrsimulator.

2Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 18 Uhr, Mo geschlossen

#prototypmuseum #hamburg

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Klingendes Museum

Immer nur Ausstellungsstücke in Vitrinen anstarren – das finden nicht nur Kinder auf Dauer total langweilig. Man möchte doch selbst mal Hand anlegen, vor allem, wenn es sich bei den guten Stücken um Musikinstrumente handelt. Im Klingenden Museum Hamburg können Besucher das schon seit 1989. Die Sammlung umfasst über 100 Instrumente, anfassen und spielen ausdrücklich erwünscht. So darf der Museumsbesuch mittels Fagott, Saxophon, Waldhorn, Conga oder Cabassa in die herrlichste Kakophonie verwandelt werden. Anfang 2017 eröffnet das Klingende Museum in größeren Räumlichkeiten an einem dafür besonders geeigneten Ort neu – in den Kaistudios in der Elbphilharmonie.

Öffnungszeiten: Ab Anfang 2017

#lndmhh #klingendesmuseum #humansofhamburg #trumpet #documentary

Ein von Humans of Hamburg (@humans_of_hamburg) gepostetes Foto am

Bereit für Hamburg?

Na, ist was was dabei? Bestimmt doch, oder etwa nicht? Wir wünschen viel Spaß in den vielen verschiedenen Museen in Hamburg! Für weitere Inspirationen könnt ihr auch noch mal selbst durch den EVENTIM Guide stöbern – es gibt noch viel zu entdecken!

Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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