Tour Talk mit CALLEJON: Der ganz normale Wahnsinn on the road

callejon tickets tour 2016

Kater, Chaos, Katastrophen: Die besten Geschichten schreibt immer noch das Tourleben! Was Künstler on the road erleben, ist oft ganz großes Kino und gäbe in manchen Fällen einen amtlichen Skandalroman ab. In unserem Interview-Format Tour Talk quetschen wir die Bands zu ihren sonderbarsten und kultigsten Tour-Erlebnissen aus. Heute sind die deutschen Metal-Überflieger Callejon am Start, die Ende Dezember mit ihrer „Callejon Is Dead“-Tour das Jahr 2016 mit einem metallischen Urknall beschließen.

Mit ihrem Top5-Album „Wir sind Angst“ haben Callejon vor knapp zwei Jahren gezeigt, dass im deutschen Metal momentan und in den nächsten Jahren kein Weg an ihnen vorbeiführt. Sie haben Charisma, sie haben geile Songs und sie haben eine Leidenschaft, die ihresgleichen sucht und live sofort aufs Publikum überschwappt: Auf ihren pickepackevollen Club-Shows treiben sie ihr Publikum Abend für Abend in die kollektive Raserei – wer das Quintett aus Düsseldorf einmal live erlebt hat, wird süchtig nach dieser ansteckenden Energie. Umso größer ist die Vorfreude auf Callejons vier Jahresendshows in Berlin, Bochum, Hamburg und Herford – für alle Shows (bis auf Bochum) gibt’s Stand jetzt noch Tickets bei Eventim – lasst euch diesen nachweihnachtlichen musikalischen Festschmaus nicht entgehen!

Ihr wollt wissen, was bei Callejon auf Tour so alles abgeht? Gitarrist Bernhard Horn gibt ein paar Anekdoten zum Besten…

Callejon-Gitarrist Bernhard über große und kleine Tour-Momente

Was war das verrückteste oder widerlichste Essen, das ihr je auf Tour gegessen habt?

Nicht widerlich, aber doch irgendwie enttäuschend war das Catering in Brügge (Belgien): Eine Packung Toast und ein Glas Nutella. Wer es etwas ausgefallener mag, dem empfehlen wir das Geheimrezept aus dem Schwarzen Adler in Egelsee: Eine zerkochte Weizenmasse, die in einem früheren Leben mal als Nudelgericht durchging. Für die Veganer wird für die Soße statt Kochsahne einfach Sägemehl verwendet. Die kulinarischen Abstriche wurden vom Veranstalter aber durch Unmengen alkoholischer Getränke kompensiert, also alles halb so wild.

Was war die blödeste Autopanne, die ihr je hattet?

Als es mal so kalt war, dass die Schlösser von unserem Anhänger durchgefroren und aufgebrochen sind, war das etwas ungünstig, weil wir mit dem Tourbus und einem offenen, aber voll beladenen Anhänger auf der Autobahn unterwegs waren. Aber unsere Crew hat das Teil so Tetris-mäßig gepackt, dass unser Equipment sich keinen Millimeter bewegt hat.

Was war der peinlichste Tour-Moment ever?
Nach einer Show auf der 90er Party oben ohne und mit Sektflöten in der Hand die Tanzfläche zu stürmen war bestimmt für alle anderen unangenehm, ist uns aber bis heute nicht peinlich. Die Frage scheitert einfach an mangelndem Schamgefühl.

Was ist die kurioseste Story eurer Tourhistorie?

Ziemlich heftig war auf jeden Fall, als bei unserer Show in der Live Music Hall Teile der Deckenverkleidung abgebrochen und ins Publikum gefallen sind. Wir mussten das Konzert dann abbrechen, aber zum Glück ist niemand richtig schwer verletzt worden. Trotzdem kann ich in Zukunft auf solche Momente verzichten.

Callejon live? Kann man sich ungefähr so vorstellen:

Was war die sonderbarste Bezahlung für einen Gig?

Das muss so ca. 12 Jahre her sein, als Buttons das subkulturelle Identifikationsmerkmal schlechthin waren. Der Veranstalter hatte nicht genug Geld in der Kasse, besaß aber eine Buttonmaschine und dementsprechend einen gefühlten Geldspeicher voller Buttons, an dem wir uns bedienen durften. Hat sich irgendwie gut angefühlt, aber irgendwie auch schmutzig.

Euer „bestes“ Flughafen-Erlebnis?

Wenn man in der Schlange an der Sicherheitskontrolle steht und die vergangene Nacht durchgesoffen hat anstatt zu schlafen, ist es ein ganzes Stück schwieriger, die Bordkarte zu finden. Wenn man dann auch noch das Handgepäck öffnet und volle Bierdosen herausfallen, ist es Zeit, dass der Tourmanager einen davon abhält, mit dem Sicherheitspersonal eine Diskussion anzufangen, wieviele Dosen man denn jetzt mit an Bord nehmen darf. Na ja, wenigstens das Handy in einem tschechischen Taxi vergessen, sollte kein Problem sein, das wiederzubekommen.

Was habt ihr schon alles auf Tour verloren?

Außer dem Handy eigentlich nur Kleinkram… okay, einmal habe ich die kompletten Merchandise-Einnahmen von einer Tour in einem Hotel in Warschau liegen lassen. Zusammen mit meinem Reisepass. Haben wir aber dank dem sehr ehrlichen Hotelpersonal alles wiederbekommen. Ansonsten komme ich von Tour immer mit der Hälfte an Socken, dafür aber mit doppelt so vielen Feuerzeugen zurück.

Habt ihr ein besonderes Ritual vor der Show?

Eigentlich nur die Bro-Fist kurz bevor es losgeht, alles andere hat sich nicht durchgesetzt.

Bro-Fist für CALLEJONs „Unter Tage – Live in Köln“!

Was ist euer Geheimtipp gegen Tour-Erkältung?

Vorher krank werden, das klappt immer! Wenn man sich dann trotzdem was einfängt, greift man halt zu den üblichen Hausmittelchen: Ingwer, Salbeitee und heiße Zitrone. Ganz wichtig: Abends immer mit klaren Spirituosen desinfizieren.

Wo hattet ihr euren schlimmsten Kater?

Den schlimmsten, wirklich menschenunwürdigsten Kater hatten wir, als wir das erste Mal mit unserem eigenen Nightliner unterwegs waren. Das war ein Festivalwochenende mit drei Shows an drei Tagen, und jeder Tag war schlimmer als der davor. In der Nacht zum letzten Festival haben wir dann nochmal morgens um fünf Uhr an der Tanke Wodka nachgelegt und sind irgendwann um acht total besoffen in die Kojen gefallen. Dann gab es aber irgendeine Programmkürzung auf dem Festival, und unsere Show war sechs Stunden früher als geplant angesetzt. Also nur zwei Stunden Schlaf. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich diesen Tag nicht überleben würde…

Was war euer größter Rockstar-Moment?

Ich glaube, ich habe mal auf einem Konzert die ersten paar Reihen mit Champagner vollgespritzt. Aber an die meisten Eskapaden erinnere ich mich auch nicht so richtig.

Die Show eures Lebens war…?

Kann ich nicht sagen, dafür waren es zu viele geile Shows. Das erste Mal Wacken auf der Hauptbühne war auf jeden Fall krass. Aber die echte Show unseres Lebens kommt sowieso erst noch.

Vielen Dank für die erhellenden und -heiternden Worte, Bernhard! Wir sehen uns Ende Dezember auf eurer Tour – packt die Sektflöten ein!

Bester Callejon-Song? „Kind im Nebel“ ist definitiv einer davon!

Bild: Kingstar Music


CALLEJON – Callejon Is Dead Tour 2016
27.12.2016 – Berlin, PBHFCLUB
28.12.2016 – Bochum, Zeche
29.12.2016 – Hamburg, Markthalle
20.12.2016 – Herford, X


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Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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