Back in the Spotlight: DEVLIN

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Die bisherige Karriere von Devlin ist schon ziemlich sinuskurvenartig. Nicht, weil sein Output von so schwankender Qualität wäre, sondern weil Devlin das genau so wollte. Mit seinem neuen Album „The Devil In“ meldet er sich 2017 zurück – ganz ohne Major-Label-Support, sozusagen Indie-Grime. Der Weg, der ihn hierhin geführt hat, ist schon echt erstaunlich. Wer sich von dem enormen Talent des MCs aus Dagenham überzeugen will, hat übrigens im Sommer die Chance dazu. Tickets gibt’s bei EVENTIM.

Mit zarten 13 Jahren fing Devlin, das ist übrigens sein echter Nachname, an zu rappen und Texte zu verfassen. Und die sind seitdem von seinem Umfeld geprägt. Dagenham ist vielleicht ein Vorort der englischen Hauptstadt, hat aber wenig mit dem schillernden Leben in der Metropole zu tun. Das Viertel bekommt ab und zu mal ein wenig Publicity in irgendwelchen Armutsreports oder Dokus über Englands schlimmste Wohngegenden, aber das war’s auch schon. Wer in einer der dort zahlreich vorhandenen Sozialwohnungen aufgewachsen ist, hat dementsprechend viel zu erzählen. Und das ist dann eher roh, düster und bedrohlich – richtiger UK-Grime eben.

Erster Hype kam mit seinem ersten Mixtape 2006 auf. Kein Geringerer als Kanye West teilte ein Freestyle-Video des bis dato noch völlig unbekannten Nachwuchsacts Devlin auf seinem persönlichen Blog. Ein riesiger Push für einen so jungen Künstler. 2010 erkannte auch die BBC das Talent und veröffentlichte seinen Namen auf einer Liste für die aussichtsreichsten Nachwuchskünstler in UK. Prompt folgten ein Plattenvertrag, zwei Top 20 Alben in 2012/2013 und Features mit u.a. Ed Sheeran.

Weil er aber auf diesen ganzen riesigen Rummel um seine Person nicht so richtig Bock hat, zieht er sich erstmal für vier Jahre aus dem ganzen Game zurück. So bewahrt er sich seine Authentizität und wird nicht ohne Grund von Grime-Legenden wie Wiley und Skepta als einer der größten Artists des Genres bezeichnet. Mit Skepta bringt er 2015 auch eins seiner wenigen Lebenszeichen während des vierjährigen Sabbaticals heraus: „50 Grand“ setzt sich ziemlich kritisch und drastisch mit Rappern auseinander, die nichts mehr feiern, außer ihre Kohle und ihre Designer-Klamotten – ein ziemliches Brett.

DEVLIN feat. SKEPTA – „50 Grand“

2017 dann die furiose Rückkehr auf Albumlänge mit „The Devil In“. Einem Album, mit dem er wieder zu seinen Ursprüngen zurückkehrt. Die Platte ist eine Ode an die Grime-Community, Musik für Menschen, die sich mit dem Leben in den schmutzigen Vororten identifizieren können. Man merkt, dass die Produzenten und der Künstler extrem eng zusammengearbeitet haben – das Album atmet in jedem Track Realness, kann aber trotzdem mit feinen Melodien und dichtem Sound glänzen. Direkt der Auftakt-Track „The Devil In“ nimmt einen mit auf eine Reise in die Welt von Devlin – ein Ausflug, der sich definitiv lohnt. Auch die Live-Auftritte versprechen richtig gut zu werden. Die Tickets gibt es auf eventim.de.

Bild: Biggins/Simpson


DEVLIN – Tour 2017
 07.06.2017 – Hamburg, Molotow 
 08.06.2017 – Berlin, Musik & Frieden 
 09.06.2017 – Köln, Underground 
 10.06.2017 – München, Ampere/Muffatwerk 


DEVLIN>>> TICKETS

Live dabei sein, wenn grimes greatest treasure in Deutschland zu sehen ist! Die Tickets für Devlin gibt es auf eventim.de


Felix Goth

Hört Musik aus jedem Genre, weil es überall was zu entdecken gibt - und wenn es nur die Faszination am Absurden ist.

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