STICK TO YOUR GUNS – die Hardcore-Helden jetzt im TourTalk und im Herbst 2017 live!

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Im Herbst gibt’s derbe einen auf die Mütze: Die US-Hardcore-Band Stick To Your Guns zieht durchs Land und hat dabei Being As An Ocean und Silent Planet als Special Guests mit dabei. Die angesteuerten Clubs sollten unbedingt schon mal ihre Gebäudeversicherung prüfen – schließlich geht bei Liveshows von STYG, so das Bandakronym, einfach nur die Post ab. Um uns schon mal auf den Wahnsinn einzustimmen, haben wir Gitarrist Josh James mit unseren TourTalk-Fragen gelöchert… und dabei ein paar lustige, kuriose und verstörende Storys erfahren!

2005 detonierten Stick To Your Guns mit ihrem Debütalbum „For What It’s Worth“ in der Hardcore-Szene und machten sich durch unermüdliches Touren und unbändige Leidenschaft schnell einen Namen. Es folgten weitere Kracher-Alben wie „Comes From The Heart“, „The Hope Division“ und „Diamond“, bevor STYG schließlich 2015 ihr bisheriges Meisterstück „Disobedient“ ablieferten. Wer auf melodiösen modernen Hardcore steht, kommt an diesem Quintett aus Orange County einfach nicht mehr vorbei – fieberhaft wartet die Gemeinde daher auf den neuen Longplayer der Band, der womöglich noch in diesem Herbst erscheinen soll.

In den letzten Monaten hat die Band hart im Studio geackert, wie man hier sehen kann:

WE'RE RECORDING A NEW ALBUM!!!!!!!!! (It sounds waaaaaay better than we look) #styg #purenoise

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Stick To Your Guns könnten also eine frische neue Platte im Gepäck haben, wenn sie Ende des Jahres mit Being As An Ocean und Silent Planet auf große Deutschland-Tour gehen. Das dürft ihr auf keinen Fall verpassen – sichert euch jetzt eure Tickets für STYG auf eventim.de!

Jetzt aber zu unserem TourTalk mit Gitarrist Josh James – das ist übrigens der freundliche junge Mann links oben mit der Pommesgabel.


Josh James von STICK TO YOUR GUNS:

„Ich bin mir sehr sicher, dass das ein Portal in die Hölle war.“

 


Josh, Hand aufs Herz: Was war dein peinlichster Tour-Moment ever?

Das war 2006 auf einer Tour mit Terror. Deren Sänger musste wegen eines familiären Notfalls aussteigen, also haben sie mich gefragt, ob ich bei sechs Songs singen könnte. Und zwar drei Stunden vor ihrem Auftritt! Ich sagte ihnen, dass ich einen Song kenne und den gerne singen kann. Sie haben aber darauf bestanden, dass ich mindestens vier Songs performe. Ich habe mich dann in den Van gesetzt und mir zwei Stunden lang die Texte reingezogen. Dann bin ich auf die Bühne gegangen – es waren 2.000 Leute da – und habe Terrors Set total verkackt. Bis auf den einen Song, den ich kannte, hab ich die Nummer völlig vergeigt, habe mir irgendwelche Lyrics und eigene Gesangsmuster ausgedacht… es war grauenhaft. Plötzlich stolperte dann beim dritten Song auch noch Brian von Black Dahlia Murder volltrunken auf die Bühne und brüllte in irgendein Mikro. Den Moment habe ich dann genutzt, um von der Bühne zu flüchten. Im Nachhinein war das extrem peinlich, aber irgendwie auch lustig.

Erzähl von deinem ekligsten Essenserlebnis auf Tour.

Als wir zum ersten Mal in Japan waren, wurde ich mehr oder weniger gezwungen, eine rohe Kuhzunge zu essen. Es gab eine extreme Sprachbarriere und der Typ hat sie mir ständig ins Gesicht gehalten. Als ich ablehnte, hat er immer wieder „Schande!” gesagt. Letzten Endes habe ich ein paar Bissen probiert. Noch mal würde ich das aber definitiv nicht machen.

Hier ein Song von der aktuellen STYG-EP „Better Ash Than Dust“

Was ist die verrückteste Story aus eurer Tourgeschichte? Stoff, aus dem Filme gemacht werden.

Vor ein paar Jahren ist uns mal um drei Uhr nachts in der Einöde von West-Texas das Benzin ausgegangen. Wir fanden zwar eine Tankstelle, doch die hatte geschlossen. Also beschlossen wir, im Van zu übernachten, bis sie am nächsten Morgen wieder öffnete. Bevor wir uns in die Koje gehauen haben, erkundeten wir noch ein bisschen die Gegend. Nachdem wir eine Weile durch die Wüste gewandert waren, sahen wir in der Ferne ein Glühen. Das Glühen wurde immer stärker, je näher wir kamen. Plötzlich war da ein riesiges Loch in der Erde, aus dem eine fünf Meter hohe Flamme in die Höhe schoss. Auf dem Grund des Lochs wanden sich Dutzende von Klapperschlangen um das Feuer. Ich bin mir sehr sicher, dass das ein Portal in die Hölle war. Hinter dem Loch stand ein verlassenes Haus, auf das Pentagramme und anderer satanischer und rassistischer Scheiß gesprayt waren. Dann wurde ich von einer Spinne gebissen und musste mein Bein mit einem Messer aufschneiden, um das Gift rauszuholen. Es war eine merkwürdige Nacht.

Oh mein Gott – was für ein grandioser Film das wäre. Gib das Drehbuch bitte unbedingt Rob Zombie! Zurück zum Thema: Was war das Sonderbarste, mit dem ihr mal für einen Gig bezahlt wurdet?

Ich schwöre zu Gott, dass ich mal von einem Zwerg mit einer Tüte gemischter Süßigkeiten bezahlt wurde. Es war irgendwo in Oklahoma.

Erinnerungswürdigster Tour-Kotz-Moment?

Während einer Show schaute ich mal zu Chris, unserem anderen Gitarristen, rüber und sah, dass er sich gerade die Seele aus dem Leib in einen Mülleimer kotzte. Ich musste so lachen, dass ich kaum weiterspielen konnte.

An welche Autopanne erinnerst du dich noch?

Vor ein paar Jahren waren wir mal mit Trash Talk, Being As An Ocean und Deez Nuts auf Europatour. Unser Bus gab dabei mindestens siebenmal den Geist auf. An meinem Geburtstag wachte ich auf und sah, dass wir an einer Tankstelle liegengeblieben waren und aus irgendeinem Grund alle Reifen am Bus fehlten. Also quetschten wir uns alle in einen anderen Bus – der dann zwei Stunden später ebenfalls liegenblieb. Wir befanden uns irgendwo in den Österreichischen Alpen, also verbrachten ein paar von uns den Nachmittag damit, in einem See in der Nähe zu schwimmen. Das Wasser war scheißkalt und es regnete. Wir haben es dann nur mit ein paar Stunden Verspätung zur Show geschafft. Auf der Straße vor dem Club standen Hunderte Kids. Die Hälfte der Bands war dicht bis obenhin, es war das totale Chaos. Die Show war trotzdem der Hammer!

Oder was Nices von der „Disobedient“-Scheibe?

Smartphone bei Konzerten – Fluch oder Segen?

Ist mir eigentlich egal. Sei einfach kein Arsch, wenn du unbedingt in dein Phone gucken musst. Versperr den anderen nicht die Sicht mit deinem Handy. Steh nicht in der ersten Reihe und schreib Nachrichten oder surf im Netz. Das stört wie Sau und ist verdammt noch mal respektlos gegenüber der Band, die auf der Bühne steht.

Was war das schrägste Venue, in dem ihr mal gespielt habt?

Ein Pornokino in Louisiana.

Was war das Schlimmste, womit ihr schon mal auf der Bühne beworfen wurdet? Und das Schönste?

Das Schlimmste war eine Tüte voll menschlicher Scheiße. Das Schönste war Geld.

Der bewegendste Fan-Moment?

Kürzlich hat mich mal ein älterer Mann angesprochen und gefragt, ob ich bei Stick To Your Guns spielen würde. Er war super aufgeregt und hat mir gesagt, dass wir an dem Abend eine großartige Show gespielt hätten. Dann hat er mir erzählt, dass bei ihm vor einiger Zeit Krebs diagnostiziert worden war. Kurz darauf hat ihm sein Sohn dann unsere Musik gezeigt und die hat ihn motiviert, zu trainieren und sich nicht aufzugeben. Er hat den Krebs dann tatsächlich besiegt. Irgendwann fing er an zu weinen, fiel mir in die Arme und dankte mir immer wieder für unsere Musik. Das war unglaublich bewegend. Ich wollte gar nicht damit aufhören, ihn zu umarmen. Wir erwarten ja überhaupt nicht, dass unsere Musik bei den Menschen etwas bewegt. Wenn man dann solche Geschichten hört, ist das überwältigend.

Wie fühlt es sich an, vor eine riesige Menschenmenge zu treten?

Es ist seltsam. Je größer die Menge ist, desto weniger nervenzerreißend ist es. Wenn wir zum Beispiel große Festivals in Europa spielen, bemerke ich oft gar nicht, wie viele Leute da sind. Ich schweife mit meinen Gedanken ab und lasse die Musik mich verschlingen. Wenn ich im Lärm verloren gehe, weiß ich, dass wir eine gute Show spielen. Das Aufregendste ist eigentlich immer, wenn ich danach Bilder von der Show sehe oder höre, wie viele Leute uns zugeschaut haben. Dann stellt sich ein Gefühl der Dankbarkeit ein – dafür, dass sich die Fans die Zeit genommen haben uns zuzuschauen. Dann weiß man auch, dass man selbst eine Leistung abgeliefert hat. Wir nehmen das alles nie als selbstverständlich hin, sondern sind immer wieder extrem dankbar dafür.

Vielen Dank für den TourTalk, Josh! Wir sehen uns im Herbst auf euren Deutschland-Shows – bei uns musst du auch keine rohen Kuhzungen essen. Versprochen!

Bild: Zoran Zaric


STICK TO YOUR GUNS – Tour 2017
 16.11.2017, Hamburg – Grünspan 
 17.11.2017, Nürnberg – Löwensaal 
 22.11.2017, Rostock – Alte Zuckerfabrik 
 23.11.2017, Berlin – Festsaal Kreuzberg 
 24.11.2017, Münster – Skaters Palace 
 25.11.2017, Hannover – Faust 
 03.12.2017, Wiesbaden – Schlachthof 
 05.12.2017, Stuttgart – Im Wizemann 
 07.12.2017, München – Backstage 
 08.12.2017, Leipzig – Felsenkeller 
 10.12.2017, Köln – Essigfabrik 

STICK TO YOUR GUNS >>> TICKETS

Bock auf die volle Dröhnung Hardcore? Tickets für die Tour von Stick To Your Guns, Being As An Ocean und Silent Planet gibt’s auf eventim.de.


Ben Foitzik

Nach dem Studium hat Ben als Musik- und Filmredakteur sowie als Konzertfotograf gearbeitet, bevor er 2014 zur EVENTIM-Redaktion stieß. Sein Herz schlägt für harte Klänge und Stromgitarren, außer Rand und Band gerät er bei Kvelertak, Biffy Clyro oder Ghost. Hat Stand heute 5.267 Live-Konzerte gesehen – das irrsinnigste: Rammstein. Wird noch seinen Enkeln erzählen, dass er mal Ozzy Osbourne interviewt hat. „Ist ja gut, Opa, aber MACH MAL DIE MUSIK LEISER!“

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